Birkhühner in der Lüneburger Heide

Birkhühner in Niedersachsen könnten verschwinden

Birkhühner sind scheue Vögel, nur selten kann man sie bei der Balz beobachten. Die Männchen führen dann ihren Tanz im schwarz-weißen Federkleid auf. Die streng geschützten Tiere sind selten geworden. In der Heide ist eines der letzten angestammten Vorkommen - noch.


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Ein Birkhahn wird im Naturschutzgebiet Königsmoor (Schleswig-Holstein) beringt und ausgewildert.  (Foto: picture alliance/dpa)

Nur noch 130 Birkhühner leben in der Lüneburger Heide. Damit steht dieses wichtige Vorkommen der bundesweit selten gewordenen Vögel möglicherweise vor der Auslöschung, warnte die Landesjägerschaft in Hannover. Nach einer vorübergehenden Erholung der Bestände seien Experten zunächst davon ausgegangen, dass es gute Chancen für einen langfristigen Erhalt des Birkhuhns in der Heide gebe, sagte der Sprecher der Landesjägerschaft, Florian Rölfing. Doch nun sehe es schlecht aus.

Die Jäger fordern, mehr Anstrengungen zum Erhalt der Art zu unternehmen. In der Lüneburger Heide sei eines der letzten ursprünglichen Vorkommen der Birkhühner in ganz Mitteleuropa, sagte Rölfing.

Das Birkwild genieße denselben Schutzstatus wie der Wolf, betonte er. "Einen Zwei-Klassen-Artenschutz gibt es nicht", meinte er. Das Land habe die Verpflichtung, Lebensräume der Birkhühner zu erhalten. "Ohne einen starken politischen Willen und ausreichend finanzielle Mittel seien die Überlebenschancen der Art gering."

Birkhuhn in Deutschland nur noch in der Heide, der bayerischen Rhön und im Alpenraum

Der Bestand an balzenden Männchen liegt nach Angaben des Naturschutzbundes (Nabu) bundesweit zwischen 850 und 1300 Tieren, dazu kommen Weibchen in vermutlich gleicher Zahl und Jungvögel. "Insgesamt gilt der Bestand als weiter abnehmend - 16 Prozent in den letzten zwölf Jahren", sagte Nabu-Vogelschutzexperte Lars Lachmann.

Das Birkhuhn kommt in Deutschland nur noch in der Heide, der bayerischen Rhön und im Alpenraum vor. "Die Population in der bayerischen Rhön ist dem Aussterben geweiht, das sind nur noch einzelne Vögel", sagte Lachmann.

"Die entscheidende Ursache ist der Lebensraumverlust", erklärte er. Die Birkhühner bräuchten den Übergang zwischen offenem Land und Wald, etwa am Rande von Mooren. Die Moore seien weitgehend trockengelegt und zerstört worden. "Die anderen Gebiete wie die Heide verschwinden nach Aufgabe der traditionellen Nutzung." Der Habicht sei "nur der letzte Sargnagel für das Birkhuhn".

Birkhühner sind scheue Vögel, nur selten kann man sie bei der Balz beobachten. Die Männchen mit ihrem aufgeplusterten schwarz-weißen Federkleid führen dann im flachen Gelände ihren Tanz auf. Die streng geschützten Tiere haben in Niedersachsen ganzjährig Schonzeit.

(dpa)