Landwirtschaft

Bauern in Niedersachsen wollen Klartext von der Politik

Die Bauern fühlen sich als Buhmänner der Nation. Sie protestieren auch in Niedersachsen mit Treckern gegen Auflagen, die aus ihrer Sicht zu hoch sind. Das Verhältnis zur Politik ist angespannt - heute treffen Landwirte und die Agrarministerin in Hannover aufeinander.


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 (Foto: picture alliance/dpa)

Hannover (dpa/lni) - Strengere Düngeregeln, unklare Vorgaben zur Tierhaltung: Die Bauern in Niedersachsen fordern Klartext von der Politik. Viele Landwirte beteiligten sich in den vergangenen Wochen an bundesweiten Protestaktionen und fuhren mit ihren Treckern bis nach Berlin gefahren. Am Montagabend kommen Vertretern der landwirtschaftlichen Verbände mit Kanzlerin Angela Merkel zum Agrargipfel im Kanzleramt zusammen - in Hannover treffen die Mitglieder des niedersächsischen Landesbauernverbandes, des Landvolks, schon am Mittag bei ihrer Jahresversammlung auf Landes-Agrarministerin Barbara Otte-Kinast (CDU).

Neue Düngeverordnung schränkt Bauern ein

Vor gut zwei Wochen hatte Niedersachsen unter massivem Druck aus Brüssel und Berlin als letztes Bundesland eine neue Düngeverordnung beschlossen. Sie weist nun rote Gebiete für Landwirte aus: Dort gelten künftig weitreichende Beschränkungen für das Ausfahren von Gülle. Niedersachsens Landvolkpräsident Albert Schulte to Brinke kündigte bereits eine rechtliche Überprüfung der Düngeverordnung auf dem Klageweg an.

Ministerin Otte-Kinast zeigt Verständnis für den Ärger der Bauern. Die Stimmung in den Betrieben ist nach ihren Worten schlecht. "Da ist nicht nur Wut, da ist auch Sorge und Existenzangst", sagte Otte-Kinast, die selbst Landwirtin ist, der Deutschen Presse-Agentur. "Das drängendste Problem ist, dass die Landwirte einfach nicht wissen, was auf sie zukommt", meinte sie auch mit Blick auf das vom Kabinett beschlossene Agrarpaket. Die Bauern warteten schon lange auf Klarheit.

Niedersachsen ist Agrarland Nummer eins

Die Ministerin sagte, beim Thema Schweinehaltung etwa sei man seit zwei Jahren keinen Schritt weiter gekommen. "Die Landwirte haben eine große Bereitschaft in den Stallbau zu investieren", betonte sie. "Aber die rechtlichen Rahmenbedingungen sind nicht klar."

In Niedersachsen gibt es rund 37 000 Landwirtschaftsbetriebe, von denen rund 60 Prozent im Haupterwerb geführt werden. Nach Angaben der Landwirtschaftskammer ist Niedersachsen damit Agrarland Nummer eins: Hier wird fast ein Viertel des gesamten bundesweiten Produktionswertes in der Landwirtschaft von 56 Milliarden Euro pro Jahr erzielt.

(dpa)