Menschen mit Handicap

Menschen mit Behinderung häufiger und länger arbeitslos

Menschen mit Handicap sollen nach einer UN-Konvention die gleichen Möglichkeiten haben wie Menschen ohne Beeinträchtigung. Viele Unternehmen haben allerdings noch Vorbehalte, beklagt Niedersachsens Landesbehindertenbeauftragte.


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 (Foto: picture alliance/dpa)

Hannover (dpa/lni) - Menschen mit einer Behinderung sind in Niedersachsen häufiger und länger arbeitslos als nicht-behinderte Arbeitnehmer. Einige Unternehmen hätten Vorbehalte, beeinträchtigte Menschen einzustellen, sagte die Landesbehindertenbeauftragte Petra Wontorra der Deutschen Presse-Agentur. "Es gibt das Gerücht, dass sie öfter ausfallen. Aber Statistiken sagen nicht aus, dass sie häufiger krank sind." Darüber hinaus seien vielen Arbeitgebern die staatlichen Fördermöglichkeiten gar nicht bekannt. "Wir haben sehr viele gut ausgebildete Menschen, die zum Beispiel blind oder gehörlos sind", betonte Wontorra. Auch angesichts des Fachkräftemangels könne gar nicht auf Menschen mit Behinderung verzichtet werden.

In Niedersachsen leben knapp 1,4 Millionen Menschen mit einer Behinderung, also jeder sechste Bürger. Etwa 840 000 sind als schwerbehindert eingestuft. Gut 40 Prozent der Schwerbehinderten sind bundesweit im erwerbsfähigen Alter.

Menschen mit Handicap mehr integrieren

Die Aktion Mensch und das Handelsblatt Research Institute (HRI) veröffentlichen an diesem Freitag ihr Inklusionsbarometer. In der Studie wird die Situation von Menschen mit Beeinträchtigungen auf dem Arbeitsmarkt im Vergleich der Bundesländer beleuchtet.

Das niedersächsische Sozialministerium hatte Anfang 2017 einen Aktionsplan gestartet, der unter anderem vorsieht, dass mehr Menschen mit Behinderung in den Landesdienst eingestellt werden. Zwar gibt es für private und öffentliche Arbeitgeber mit mehr als 20 Mitarbeitern die Pflicht, mindestens fünf Prozent der Arbeitsplätze mit Schwerbehinderten zu besetzen. Vor allem private Unternehmen tun sich jedoch nach wie vor schwer damit und zahlen oft lieber eine monatliche Ausgleichsabgabe.

(dpa)