Waffengesetz

Urteil im Prozess gegen Waffensammler erwartet

Frühere Klassenkameraden dachten, er sei ausgewandert. Ein junger Mann hat viele Jahre in seinem Zimmer verbracht, im Internet illegale Waffen bestellt und sich in rechtsextremen Foren ausgetauscht. Schickt ihn das Landgericht Hannover ins Gefängnis?


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 (Foto: picture alliance/dpa)

Hannover (dpa/lni) - Im Prozess gegen einen Waffensammler, der in rechtsextremen Internet-Foren unterwegs war, wird am Mittwoch das Urteil am Landgericht Hannover erwartet. Im Zimmer des 30-Jährigen hatte die Polizei mehr als 50 funktionsfähige Waffen, darunter Gewehre, Maschinenpistolen, eine Abschussvorrichtung für eine Panzerfaust, rund 3650 Schuss Munition, etwa 100 000 Euro Bargeld sowie Orden und Fahnen aus der NS-Zeit entdeckt.

Mitangeklagt ist der 53 Jahre alte Vater des Mannes. Beiden werden zahlreiche Verstöße gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz und gegen das Waffengesetz zur Last gelegt.

Terrorverdacht?!

Der Sohn hatte im Prozess zugegeben, die teils verbotenen Waffen gekauft und gehortet zu haben. Er habe aber nie einen Menschen verletzen wollen. Allerdings fand sich unter anderem das Video des Attentates auf zwei Moscheen von Christchurch in Neuseeland auf seinem Computer. Weil zunächst ein Terrorverdacht im Raum stand, ermittelte die Generalstaatsanwaltschaft Celle. Hinweise auf konkrete Anschlagspläne gab es dann aber nicht.

Die Anklagebehörde hat für den 30-Jährigen eine Gefängnisstrafe von vier Jahren und zwei Monaten gefordert, die Verteidigung eine zweijährige Bewährungsstrafe. Für den Vater plädierte die Generalstaatsanwaltschaft auf drei Jahre Haft. Die Verteidigung forderte dagegen einen Freispruch für den Mann. Dieser habe nicht gewusst, dass sein Sohn illegale Waffen bestellt habe, hieß es zur Begründung. Der 53-Jährige war im Verlauf des Prozesses aus der Untersuchungshaft entlassen worden.

(dpa)