Agrarbranche

Landwirtschaftskammer zieht Jahresbilanz

Die Bauern machen derzeit landesweit mit Traktor-Sternfahrten auf sich aufmerksam. Sie protestieren gegen die Agrarpolitik und steigende Anforderungen. Die Lage der Landwirte steht auch im Mittelpunkt einer Kammertagung in Oldenburg.


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 (Foto: picture alliance/dpa)

Oldenburg (dpa/lni) - Unter dem Eindruck zunehmender Bauernproteste in Deutschland informiert die Landwirtschaftskammer (LWK) am Donnerstag über die wirtschaftliche Lage der Höfe im Agrarland Niedersachsen. Dabei geht es auch um die Einkommen der Betriebe im Wirtschaftsjahr 2018/2019. Ein Jahr zuvor erwirtschafteten die Landwirte laut Kammer im Durchschnitt 65 800 Euro. Um wachsen zu können, müsse dieser Betrag aber bei mindestens 70 000 Euro liegen.

"Zurück in die Zukunft – warum wir in Generationen denken müssen"

Zu der Kammerversammlung in Oldenburg werden 400 bis 500 Gäste aus Landwirtschaft, Politik und Agrarwirtschaft erwartet. Agrarministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) hält einen Vortrag zum Thema "Zurück in die Zukunft – warum wir in Generationen denken müssen".

Die Kammerversammlung ist das höchste Gremium der Landwirtschaftskammer. Deren wichtigste Aufgaben sind die Beratung und die Aus-, Fort- und Weiterbildung der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer in der Land- und Forstwirtschaft. Die LWK nimmt teilweise auch behördliche Aufgaben wahr.

Nach Angaben des Ministeriums zählt die Agrarbranche in Niedersachsen rund 130 000 Beschäftigte, davon sind über ein Drittel Frauen. 87 Prozent der rund 37 800 Betriebe werden dabei als Familienbetriebe geführt - teils im Haupterwerb, teils im Nebenerwerb.

Landwirtschaft in Niedersachsen

Bei vielen Produkten ist Niedersachsen "Marktführer in Deutschland", denn in dem Bundesland werden den Angaben zufolge fast die Hälfte der deutschen Kartoffeln, zwei Drittel der Masthühner und zwei Drittel der Heidelbeeren erzeugt.

Als größter Flächennutzer bewirtschaftet die Landwirtschaft in Niedersachsen insgesamt 2,6 Millionen Hektar, davon 1,9 Millionen Hektar als Ackerland, 0,7 Millionen Hektar als Dauergrünland sowie rund 20 000 Hektar als Dauerkulturflächen.

(dpa)