Dieselaffäre

Mammutverfahren gegen Volkswagen wird fortgesetzt

Die Dieselaffäre hat Volkswagen bisher etwa 30 Milliarden Euro gekostet. Mit einer Musterklage versuchen fast eine halbe Million Kunden, ihre Chancen auf Entschädigung vom Autobauer zu erhöhen. Schnell dürfte das aber nicht gehen.


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Ralph Sauer (l-r), Ralf Stoll, Christian Grotz, alle Rechtsanwälte der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV), und Ronny Jahn (r), Vertreter der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV), unterhalten sich vor Beginn der mündlichen Verhandlung zur Musterfeststellungsklage des Bundesverbands der Verbraucherzentralen und Verbraucherverbände gegen VW in der Stadthalle. Gut vier Jahre nach dem Auffliegen des Dieselskandals beginnt der Prozess zwischen klagenden Kunden und dem Volkswagen-Konzern. Die Verhandlung wird am 18.11.2019 fortgesetzt. (Foto: picture alliance/dpa)

Braunschweig (dpa/lni) - Neue Runde für die so zähe juristische Aufarbeitung der Dieselaffäre bei Volkswagen. Am Oberlandesgericht (OLG) Braunschweig wird am Montag (10.00 Uhr) die Verhandlung über mögliche Schadenersatzansprüche von VW-Kunden fortgesetzt. Der Musterklage gegen den Autogiganten haben sich fast eine halbe Million Dieselfahrer angeschlossen.

Prozess ohne Ergebnis

Nachdem sich beim Prozessauftakt keine deutliche Tendenz für eine Seite abzeichnete, ist wohl auch am zweiten Verhandlungstag nicht mit einer Vorentscheidung zu rechnen. Nach Angaben einer Gerichtssprecherin wird es unter anderem um vertragliche Ansprüche gehen und die Frage, inwieweit ein Teilurteil in Betracht kommt.

Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) lobt: "Es ist gut, dass so zügig ein zweiter Verhandlungstag angesetzt wurde. Betroffene brauchen schnell Klarheit." Bisher habe es keine Vergleichsverhandlungen mit VW gegeben.

Neue Mittel

Der Verband setzt als Kläger das neue Instrument der Musterfeststellungsklage ein. Er tritt im Namen von rund 470 000 Dieselkunden auf, die von VW wegen manipulierter Abgaswerte Schadenersatz fordern. In Braunschweig geht es aber zunächst nur darum, ob VW unrechtmäßig handelte. Konkrete Ansprüche müssten Kunden dann in eigenen Verfahren durchsetzen. Viele haben sich für dieses Verfahren auf einen langwierigen Prozess eingestellt. Volkswagen selbst rechnete vor Beginn mit einer Verfahrensdauer von mindestens vier Jahren.

Volkswagen betonte vor dem zweiten Verhandlungstag erneut, dass die die Fahrzeuge nach wie vor von hunderttausenden Kunden gefahren würden. Aus Sicht des Unternehmens sei den Kunden kein Schaden entstanden.

(dpa)