Kfz-Versicherung

Jedes Jahr das Gleiche: Der Kfz-Versicherungshype im November

Mit dem ersten November kommt auch dieser alljährliche Hype. Die Rede ist natürlich nicht von der Weihnachtszeit, sondern von all den Angeboten und Ratschlägen, jetzt unbedingt die Kfz-Versicherung zu wechseln. Es muss schnell gehen, die Tarife sind super und wer nicht reagiert, der verliert im kommenden Jahr Geld. Der Wechseltrend bauscht sich bis zum letzten Fristtag, dem 30.11. auf, denn verstreicht dieses Datum, verlängert sich die Versicherung. Aber ist das wirklich so und gelten die damaligen Regeln noch?


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Die richtige Kfz-Versicherung kann die Kosten enorm senken - doch ist der Wechsel im November die einzige Möglichkeit? (Foto: @ Ian Valerio / Unsplash.com)

Die Wechselfrist ist heute weniger bedeutend

Einst war es tatsächlich so, dass sich Versicherungsverträge stets an das Kalenderjahr hielten. Die Versicherungen wurden bis zum Jahresende geschlossen und verlängerten sich automatisch, wenn der Kunde nicht eingriff. Somit galt:

  • Versicherungsjahr – Es lief stets vom 01. Januar bis zum 31. Dezember. Wer die Kfz-Versicherung unter dem Jahr abschloss, der erhielt für das erste Jahr beispielsweise einen Vertrag vom 05. August bis 31.12.
  • Kündigung – Die Kfz-Versicherung hat eine Kündigungsfrist von einem Monat zum Ende des Versicherungsjahres. Somit war der 30. November der letzte Tag, an dem die Kfz-Versicherung aufgelöst werden konnte.

Heute sind die starren Fristen jedoch häufig weggefallen. Was nicht bedeutet, dass es gar keine Verträge der oben beschriebenen Art mehr gibt, doch gilt heute oft:

  • Versicherungsjahr – Es beginnt an dem Tag, an dem die Versicherung abgeschlossen wird und endet ein Jahr später. Das Versicherungsjahr kann somit vom 15. Mai bis zum 14. Mai des Folgejahres laufen.
  • Kündigung – somit verschiebt sich natürlich die Kündigungsfrist. Sie läuft immer noch einen Monat, aber zum Ende des persönlichen Versicherungsjahres. Im obigen Beispiel wäre der letzte Tag für die Kündigung der 14. April.

Was weiterhin Bestand hat, sind die Formalitäten rund um die Kündigung:

  • Schriftlich – Die Kündigung muss schriftlich erfolgen, wobei bei Onlineversicherungen durchaus die Kündigung durch den Kunden im Online-Kundencenter möglich ist. Das ist aber versicherungsabhängig.
  • Sonderkündigungen – Bei Preiserhöhungen, die nicht an der Person des Versicherungsnehmers liegen, nach der erfolgten Schadensbegleichung und natürlich bei der Abgabe des Kfz kann die Versicherung auch außerhalb der normalen Kündigungsfrist aufgelöst werden.

Trotz allem: Ein Blick lohnt sich

Auch wenn längst nicht alle Autofahrer mehr an die damaligen Fristen gebunden sind, so solltet ihr den Novemberhype als Stichwort betrachten. Denn der Vergleich der Kfz-Versicherung lohnt sich durchaus – und das nicht nur aus finanziellen Gründen:

  • Verbesserte Leistungen – Tarife werden immer wieder an die modernen Umstände angepasst. Gerade Kfz-Halter mit Altverträgen könnten beispielsweise noch die gesetzlichen Deckungssummen im Vertrag haben. In neuen Verträgen wurden sie deutlich erhöht. Auch bei den Kaskoversicherungen lohnt sich ein genauerer Blick, denn dank der immer fortschreitenden Technik und der Möglichkeiten des Fahrers im Auto sind teilweise die Diebstahlbedingungen geändert worden.
  • Neue Bedingungen – Manchmal empfiehlt sich ein Wechsel schlichtweg, weil sich die eigenen Umstände gewandelt haben. Nicht selten haben Familien eine Kfz-Versicherung, die abgeschlossen wurde, als das Kind weit davon entfernt war, ein Auto zu steuern. Jetzt steht der Führerschein an – aber erlaubt die eigene Versicherung überhaupt junge Fahrer? Auch umgekehrt funktioniert das. Der Tarif beinhaltet noch junge Fahrer, doch der Nachwuchs ist längst jenseits der 25 Jahre. Warum also noch einen Risikozuschlag zahlen?
  • Prämien – Wer bereits einige Monate vor dem Ablauf der bisherigen Versicherungen den Wechsel beginnt, der kann mitunter Prämien erhalten. So wie Telekommunikationsunternehmen teilweise die Grundgebühr erstatten, solange zwei Verträge bestehen, bieten auch Kfz-Versicherungen Prämien oder Boni für den vorzeitigen Wechsel.

Der Wechsel selbst ist übrigens spielend leicht. Dank der elektronischen Versicherungsbestätigung wird ein Wechsel quasi von den Versicherungen an die Verkehrsbehörde gemeldet. Es ist fast unmöglich, plötzlich ohne Kfz-Versicherung dazustehen.

Wie groß ist das Sparpotenzial?

Das lässt sich pauschal nicht sagen, denn es hängt von vielen Faktoren ab. Sicher ist aber, dass fast jeder einen günstigeren oder aber deutlich besseren Tarif zu denselben Konditionen erhalten kann. Grundsätzlich gilt:

  • Alte Verträge – Das Sparpotenzial ist bei ihnen besonders groß. Doch sollte gerade bei Altverträgen nicht allein auf den Preis, sondern auf den Inhalt geschaut werden. Gerade die Deckungssummen sind bei neuen Verträgen weit höher – mehr Sicherheit für Versicherungsnehmer.
  • Kostenfaktoren – Mehrere Fahrer, junge Fahrer, die Schadensfreiheitsklasse, aber auch das Automodell und der Wohnort entscheiden mit über die Kosten für die Versicherung. Auf einige Punkte könnt ihr als Fahrer durchaus selbst Einfluss nehmen. Ist es nicht notwendig, dass junge oder mehrere Fahrer im Vertrag stehen, so sollten sie ausgeschlossen werden.

Auch mit der Vereinbarung einer Selbstbeteiligung lässt sich nochmals Geld sparen. Grundsätzlich raten Experten, dass bei Kaskoversicherungen Kleinschäden stets selbst beglichen werden sollten. Bei der Teilkasko gilt ein Betrag von 800,00 Euro, bei der Vollkaskoversicherung ein Betrag von bis zu 1.500 Euro. Aber warum ist das so? Generell können Versicherungen ihren Kunden kündigen, nachdem ein Schaden von ihr beglichen wurde. Zudem unterhalten sich Versicherungen untereinander. Ein Kfz-Halter, der dafür bekannt ist, ständig oder häufig Kaskoschäden zu melden, könnte in Zukunft somit Probleme haben, einen guten Vertrag zu erhalten.

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Ohne eine gute Absicherung werden Verkehrsunfälle zu doppelten Katastrophe: Durch Verletzungen und auch finanziell. (Foto: @ Ian Valerio / Unsplash.com)

Fazit – das Stichwort beachten

Selbst wenn der eigene Kfz-Versicherungsvertrag den Wechsel nicht zum Jahresende zulässt, so lohnt sich nun ein Vergleich der Angebote. Denn der Hype hat etwas Gutes: Die Versicherungen buhlen um Kunden und bieten ihre neuen Verträge an. Zugleich wird um diese Jahreszeit fast jeder Tarif irgendwo bewertet und vorgestellt. Das Vergleichen ist somit wesentlich einfacher, da Autohalter nicht noch umständlich recherchieren müssen, was welche Tarifbestandteile bedeuten. Der Wechsel in ein paar Monaten kann übrigens auch vorgemerkt oder jetzt schon in Auftrag gegeben werden. Wer das rechtzeitig macht, kann den Wechsel nicht vergessen – ein Grund, weshalb viele Menschen über Jahre bei einer Versicherung bleiben.